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Malteser in der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg

Besuchs- und Begleitungsdienste mit Hund

Unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter besuchen mit ihren ausgebildeten Besuchshunden alte, kranke und einsame Menschen, überwiegend in stationären Einrichtungen. Gemeinsam mit den Hunden spenden sie Lebensfreude und bringen Abwechslung in den Alltag der Besuchten. 

Durch den Hund als Bezugspunkt ermöglichen wir neue Impulse in der Kommunikation und in den Gefühlen der begleiteten Menschen.

 

Impressionen

 
 

Für uns ist der Mensch ein Abbild und Geschöpf Gottes. Sein bloßes Dasein hat einen Sinn. Da ist es ganz egal, ob er gesundheitlich oder wegen seines Alters eingeschränkt ist oder nicht. Gerade den Armen, Kranken und einsamen Menschen wenden wir uns zu. Sie erfahren unsere Nähe und unseren Schutz. Sie erleben, dass sie wahrgenommen und geachtet werden. 2.500 Ehrenamtliche in Besuchs- und Begleitungsdiensten mit und ohne Hund schenken in alten, einsamen und kranken Menschen ihre Zeit.

Was Menschen nicht vermögen, das schaffen Tiere oft mit Leichtigkeit. Und das sind nicht einmal Übungen, die besondere Geschicklichkeit, Schnelligkeit oder Kraft erfordern. Tiere verfügen über erstaunliche „psychosoziale“ Fähigkeiten, die manchmal wahre Wunder bewirken können. Besonders Hunde sind in der Lage, Körper, Geist und Seele eines Menschen aufs Tiefste zu bewegen und zu berühren.

Menschen mit Handicaps körperlicher oder geistiger Art zeigen häufig überraschende Reaktionen. Demenziell veränderte Menschen, die nicht mehr sprechen und keinerlei Mimik zeigen, wollen das Tier berühren, und nicht selten zeugen gerade die Augen des Kranken von seiner inneren Regung.

Umgekehrt fühlt sich ein kleiner Mischling auf dem Schoß einer hoch betagten Altenheimbewohnerin so wohl, als gehöre er einfach dorthin. Hundeführer staunen, zu was ihr „Freund auf vier Pfoten“ in der Lage ist, wenn gutes Training ihm auf „die Sprünge“ hilft.

So wundert es nicht, wenn unsere Besuchsdienste mit Hund von Behinderten, Einsamen und Kranken als wahrer Segen empfunden werden. „Wir schenken Lebensfreude“ ist das Motto unserer Dienste.

Mit unseren Besuchsdiensten mit Hund wollen wir

  • Lethargie und Einsamkeit zurückgezogener Menschen durchbrechen
  • verlässlich und einfühlsam das Leben benachteiligter Menschen bereichern
  • alten, behinderten und kranken Menschen eine Freude machen
  • Körper, Geist und Seele "bewegen"
  • Signale setzen: "Wir haben Euch nicht vergessen!"
  • Anteilnahme am täglichen Leben ermöglichen und Nahtstelle zur Gesellschaft sein

Hundehalter können Betagten mit ihren Vierbeinern eine Freude machen

Artikel von Hella Schimkat aus dem Südkurier vom 05.05.2015:

Mit dem neuen Angebot „Malteser Besuchs- und Begleitungsdienst mit Hund“ will der Malteser Hilfsdienst Villingen vereinsamten, alten Menschen ein Stück Lebensfreude schenken. „Besuchshunde bei Maltesern gibt es schon, jetzt wollen wir in Villingen Hundehalter und ihre Hunde, die Interesse an diesem Angebot zeigen, in unserer Dienststelle in der Lantwattenstraße ausbilden“, erklärt Jörg Biesold-Mierell, Dienststellenleiter, im Gespräch mit unserer Zeitung. Hundehalter können sich am Dienstag, 12. Mai, um 19 Uhr in der Lantwattenstraße 4/2 über das, was sie und ihre vierbeinigen Begleiter können müssen, informieren.

Hunde, die über erstaunliche Fähigkeiten und Einfühlungsvermögen verfügen, können bei Besuchen in stationären Einrichtungen der Altenhilfe die Lethargie und Einsamkeit zurückgezogener Menschen durchbrechen Sie machen mit ihren Besuchen alten, behinderten und kranken Menschen Freude, können verlässlich und einfühlsam das Leben benachteiligter Menschen bereichern, so Biesold-Mierell. Man habe die Erfahrungen gemacht, dass Menschen mit Handicaps körperlicher oder geistiger Art häufig überraschende Reaktionen zeigen. Menschen, die nicht mehr sprechen und keinerlei Mimik zeigen, lächeln plötzlich und wollen das Tier berühren: „Wir schenken Lebensfreude, ist das Motto unserer Dienste“, so der Malteser-Chef.

Interessierte Hundehalter müssen volljährig und zuverlässig sein und zwei Stunden in der Woche Zeit haben, erläutert er. Der Hund sollte mindestens 18 Monate alt sein, gechipt, tätowiert, geimpft und haftpflichtversichert. Die Rasse sei egal, nur so genannte Kampfhunde seien nicht erwünscht. Ein guter Grundgehorsam und eine große Toleranz, auch bei ungewöhnlichen Situationen, seien das Rüstzeug, das ein Besuchshund bei den Maltesern benötige, so der Dienststellenleiter.

Selbstverständlich würden die Hundehalter und ihre Hunde bei den Maltesern von qualifizierten Altenpflegekräften, Hundetrainern und Tierärzten bei der Ausbildung unterstützt. 40 Stunden Ausbildung für die Hundeführer seien notwendig sowie zehn Stunden Trainingseinheiten mit dem Hund.

Die Malteser-Besuchshunde sollen nicht nur Seniorenheime, sondern auch Hospize, Kindertagesstätten und Palliativzentren besuchen: „Wir haben wunderbare Erfahrungen gemacht, und gerade einsame Menschen, die sich aufgrund ihrer nachlassenden körperlichen und geistigen Kräfte unsicher fühlen, blühen bei den Freunden auf vier Pfoten auf und wissen sehr zu schätzen, dass sie von den Tieren keine blöden Bemerkungen hören, sondern so angenommen werden, wie sie sind“, unterstreicht Biesold-Mierell.

Artikel von Sabine Przewolka aus der Südwestpresse "Die Neckarquelle" vom 19.05.2015:

Hunde lösen beim Menschen unterschiedliche Gefühle aus. Die einen möchten den Vierbeiner sofort streicheln, die anderen haben Angst. Auf beide Reaktionen bereitet der Malteser Hilfsdienst Schwarzwald-Baar-Heuberg seinen Besuchs- und Begleitungsdienst mit Hund vor.

Die Interessenten an einer solchen Besuchshundstaffel kamen zu einem ersten Informationsgespräch in der Villinger Dienststelle Lantwattenstraße zusammen. Acht Personen und neun Hunde hörten sich dazu die ausführlichen Worte von Malteser-Bezirksreferent und Dienststellenleiter Jörg S. Biesold-Mierell sowie Hundetrainer Matthias Mück an. Gerade dort, wo der Mensch scheitere, da sollen die Besuchshunde zum Einsatz kommen und bewirken oft völlig Überraschendes. Zum Beispiel: Als sich ein Hund in das Bett einer langjährig im Koma liegenden Patientin legt, greift ihre Hand in sein Fell. Menschen reagieren auf Tiere in Sekundenschnelle, fangen an zu lachen oder sie geben wieder Lebensmut, regen manchmal längst verloren geglaubte Fähigkeiten wie bei der Koma-Kranken wieder an. Viele Studien belegten, dass der Kontakt mit Hunden helfe, Ängste und Spannungen abzubauen. Jörg Biesold-Mierell, selbst ein Hundenarr, ergriff deshalb für den Malteser Hilfsdienst die Initiative zu einem Besuchsdienst für Altenheime, Kliniken, Kindergärten oder Schulen. Nach der Informations-Veranstaltung beginnt eine mehrstündige Ausbildung von Mensch und Hund, um ein Höchstmaß an Sicherheit für beide Seiten zu bieten, vor allem den Hund nicht zu überfordern und keine Konflikte zu provozieren. Zusammen mit Hundetrainer Matthias Mück geht es dann an die Ausbildung und auch an die Auswahl der Hunde. Nicht alle Vierbeiner eignen sich für so einen Besuchsdienst. Matthias Mück: „Die Hunde sollten an der durchhängenden Leine laufen und auch in Stress-Situationen friedlich im Umgang sein.“ Er arbeitet im „Team Canin“ Schwarzwald und gehört der Rettungshundestaffel Hochschwarzwald an, verfügt über mehrjährige Erfahrung in der Ausbildung und Einsatz von Therapiehunden. Der Hundeprofi verlangt von den Vierbeinern allerdings nur einen Grundgehorsam. Im Juli schaut er sich die Hunde und deren Besitzer an mehreren Tagen und über mehrere Stunden auf dem Hundeplatz in Löffingen genauer an und gibt auch Tipps – falls erforderlich. Der Malteser Hilfsdienst übernimmt die Kosten dafür, weil er dem Besuchsdienst eine gewisse Qualität geben will. Die Hundebesitzer können sich dann die Einsatzziele selbst aussuchen. Ziel sei, dass sie dann eigenständig einmal die Woche für rund zwei Stunden in diese Einrichtungen nach eigener Absprache gehen. Die Mitgliedschaft beim Malteser Hilfsdienst kostet um die 15 Euro im Jahr und sei wegen der damit verbundenen Versicherung Pflicht. Ansonsten braucht der Hund aber auch noch eine eigene Haftpflichtversicherung. Das Ganze erfolgt auf ehrenamtlicher Basis. Die Gruppe trifft sich nach der Ausbildung zum Austausch. Interessenten können sich über Telefon 0 77 21/2 22 22 über die genauen Termine informieren. Am Ende werden das Zertifikat, die Malteser-Halstücher für die Hunde und die T-Shirts für die Besitzer in einer Feier überreicht.

Ihr Ansprechpartner vor Ort:

Angelika Zimmermann
Koordinatorin Besuchs- und Begleitdienst mit Hund
Tel. (07721) 22222
E-Mail senden

Weitere Informationen

Unser Spendenkonto: Malteser Hilfsdienst e.V.  |  Volksbank eG Schwarzwald-Baar-Hegau  |  IBAN: DE71 6949 0000 0003 1122 09  |  BIC / S.W.I.F.T: GENODE61VS1